Blog-Pause

Aus persönlichen Gründen lege ich eine Blog-Pause ein. Ihr braucht Euch keine Sorgen zu machen; mir geht es gut. Ihr könnt weiterhin Kommentare posten. Allerdings sind die Kommentare im Moment unmoderiert. Danke für Euer reges Interesse, die Ermunterungen und das Schildern Eurer Erfahrungen.

Beste Wünsche an alle Leser und Kommentarschreiber!

Euer Mark

Hier noch ein paar Zeilen, die ich meinem sadistischen* Vater widmen möchte:

FAUST:
Bei euch, ihr Herrn, kann man das Wesen
Gewöhnlich aus dem Namen lesen,
Wo es sich allzu deutlich weist,
Wenn man euch Fliegengott, Verderber, Lügner heißt.
Nun gut, wer bist du denn?

MEPHISTOPHELES:
Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
Ist wert, dass es zugrunde geht;
Drum besser wär’s, dass nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz, das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.

Goethe, Faust I.

*Ein Teil der Psychopathen wird zu vollentwickelten Sadisten, und ein Teil der sadistischen Psychopathen wird zu Serienkillern.

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Ein Psychopath/Soziopath über sich

Sociopathworld.com ist eine Website von Psychopathen/Soziopathen für Psychopathen/Soziopathen. Auf der Seite herrscht ein lebendiger und interessanter Kommentaraustausch. In der rechten Spalte der Site wird jeweils ein Kommentar speziell hervorgehoben. Dort schreibt ein Mensch mit Psychopathie/Soziopathie schreibt über sich:

„Wenn ich grausam zu ihr bin, sage ich schreckliche Dinge zu ihr. Ich greife sie mit ihren Unsicherheiten an und versuche, all das zu sagen, was ihr den grössten Schaden zufügt. Ich habe versucht damit aufzuhören, weil ich gemerkt habe, dass sie das Gesagte nie mehr vergisst (Hervorhebung des Verfassers).

Ich bin gut darin, die Verletzlichkeiten von Menschen herauszufinden. Es ist ein Spaziergang, wenn man in einer Beziehung ist, denn früher oder später erzählen sie sie einem. Kenne ich die wunden Stellen, benutze ich sie wie eine Waffe, um die Person zu tyrannisieren/mobben. Kriege ich nicht, was ich will, drehe ich die Situation so um, dass es um eine deiner Schwächen oder Unsicherheiten geht, und benutze diese, um dich abzuwerten, bis es schlussendlich entweder damit endet, dass du dich wie ein Stück Dreck fühlst, oder dass ich meinen Willen bekomme.“

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Ratschläge für die Trennung von einem „Loser“ (3. Teil von 3)

Der nachfolgende Schutz

Der Loser sieht nie seine Verantwortung oder sein Zutun, was die Schwierigkeiten in der Beziehung angeht. Vom psychologischen Blickwinkel aus betrachtet hat der Loser den Grossteil seines Lebens (eindeutig die ganze Zeit seines Erwachsenenlebens) auf diese Art gelebt und sich auf diese Weise verhalten. Er hält sich wirklich nicht für schuldig und denkt nicht, dass er als Mensch ein Problem hat. Deshalb neigt er dazu zu denken, dass seine Freundin nur eine Phase durchmacht: Seine Partnerin (sein Opfer) könnte vorübergehend durcheinander sein; sie könnte auf die falschen Leute hören; oder sie könnte über etwas verärgert sein und wird bald darüber hinweg sein. Der Loser trennt sich nur selten ganz und versucht oft, den Kontakt mit der Partnerin weiterzuführen, auch wenn die Beziehung beendet wurde. Hier ein paar Ratschläge für die Zeit des nachfolgenden Schutzes:

– Ändere nie deinen ursprünglichen Standpunkt: Es ist vorbei, endgültig! Rede nicht über mögliche Änderungen deines Standpunkts in der Zukunft. Du magst denken, dies würde den Loser beruhigen, doch es zeigt ihm nur, dass die Möglichkeit immer noch existiert, und dass er bloss ein bisschen mehr Druck aufsetzen muss, um zur Beziehung zurückzukehren.

– Sag Nein zu Wiedersehenstreffen, um über die alten Zeiten zu plaudern. „Über die alten Zeiten plaudern“ dient dem Loser dazu, dich überraschend aus dem Gleichgewicht zu bringen, und dich wieder an sich zu ziehen, indem er dir Schuldgefühle macht.

– Gib ihm keine Details über dein neues Leben und deine neuen Beziehungen. Erkläre ihm, dass euere beiden Leben nun privat seien, und dass du hoffen würdest, es mögen glückliche Leben sein.

– Wenn du während eines Telefonanrufs beginnst, dich schuldig zu fühlen, so schau zu, dass du schnellstmöglich vom Telefon wegkommst. Mehr als alles andere sind es Schuldgefühle weswegen Menschen zu schlechten Ehen oder Beziehungen zurückkehren. Wenn du diese Gespräche auf Band aufnehmen und sie dir genau anhören würdest, so würdest du feststellen, dass der Loser die meiste Zeit des Gesprächs über versucht, dir Schuldgefühle zu machen.

– Gib dem Ex-Loser bei jedem Kontakt nur einen Zustandsbericht, ähnlich wie du ihn deiner Tante Monika geben würdest. Zum Beispiel: „Bei der Arbeit lege ich mich wie immer ins Zeug und beim Tennis bin ich immer noch eine Flasche. Das ist in etwa alles.“

– Wenn dir der Loser erzählt, wie schwierig das Beziehungsende für ihn gewesen ist, so teile mit ihm ein paar allgemeine Gedanken über das Trennen, und wie schwierig es ist, den richtigen Partner zu finden. Während der Loser versuchen wird, sich auf eure Beziehung zu konzentrieren, redest du in der Art von Ann Landers [bekannte amerik. Kolumnistin]: „Ja, Auseinandergehen ist für jeden hart. Jemand Neues kennen zu lernen ist nicht leicht heutzutage. Ich bin mir sicher, wir werden nach einiger Zeit beide jemanden finden, der zu uns passt.“ Denk dran: nichts Persönliches!

– Halte alle Kontakte kurz und nett – je kürzer desto besser. Aus der Perspektive des Losers bist du immer auf dem Sprung: Du hast gerade etwas in der Mikrowelle oder deine Mutter kommt gerade die Treppe zu deinem Haus/Wohnung hoch. Wünsche dem Loser alles Gute, doch sag es immer im gleichen Tonfall, in dem du es jemandem sagen würdest, mit dem du gerade im Supermarkt gesprochen hast. Für Telefongespräche bieten Elektronikhersteller ein nützliches Gerät an, welches um die zwanzig Geräusche imitieren kann – eine Türklingel, einen Ofen- oder Mikrowellen-Alarm, ein Türklopfen, usw. Dieses Gerätchen ist praktisch zu gebrauchen während eines Telefongesprächs – das Mikrowellen-Essen ist gerade fertig oder jemand ist an der Tür. Tu, was immer nötig ist, um das Gespräch kurz zu halten – kurz und nicht persönlich.

Findet Ihr diese Ratschläge hilfreich?

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Ratschläge für die Trennung von einem „Loser“ (2. Teil von 3)

Die Beziehung beenden

Wie erwähnt übernimmt der Loser nie die Verantwortung, reagiert mit Wut auf Kritik und neigt zu Panikreaktionen bei der Trennung. Bei der Beendigung der Beziehung wird dasselbe „Thema“ weitergeführt wie bei der Ablösung.

– Sag dem Loser, dass du gefühllos/dumpf, verwirrt und ausgebrannt bist. Du hast keine Gefühle mehr gegenüber anderen im Allgemeinen und willst die Beziehung fast zu seinem Wohl beenden. Sag ihm weiter, dass ihm sicherlich aufgefallen sei, dass etwas mit dir nicht stimmt, und dass du Zeit brauchst, um deine Gefühle in Ordnung zu bringen, und um das, was mit dir nicht stimmt, in Ordnung zu bringen. So widerwärtig es auch klingen mag: Du musst vielleicht eine Variante des Themas „An diesem Punkt in meinem Leben passe ich zu überhaupt niemandem“ spielen. Wenn der Loser dir die Schuld am Ende der Beziehung geben kann (was er übrigens auch tun würde, wenn er die Beziehung beenden würde), wird er schneller gehen.

– Gerät der Loser in Panik, wirst du mit Telefonanrufen, Briefen, Notizzetteln an deinem Auto etc. überhäuft. Reagiere bei jeder Mitteilung auf die gleiche Art: Bedanke dich langweilig. Wenn du überreagierst oder nachgibst, hast du die Kontrolle wieder verloren.

– Konzentriere dich auf dein Bedürfnis, dass du aus der Beziehung raus sein willst. Lehne die zahlreichen Verhandlungsangebote, die dir angeboten werden, ab – weniger häufig treffen, nur einmal in der Woche treffen, für nur eine Woche eine Pause machen, gemeinsam in eine Therapie gehen etc. Solange der Loser Kontakt mit dir hat, hat er das Gefühl, dass eine Chance besteht, dich zu manipulieren.

– Der Loser wird sich darauf konzentrieren, dir Schuldgefühle zu machen. Bei jedem Telefongespräch wirst du zu hören bekommen, wie sehr du geliebt wirst, wie viel für dich getan wurde und wie viel für dich geopfert wurde. Gleichzeitig wirst du hören, was für ein „Arsch“ du bist, weil du ihm etwas vormachst, weil du ihm keine Gelegenheit gibst, die Dinge zu richten und weil du ihn durch die Beendigung der Beziehung blamierst.

– Versuche den Loser nicht dazu zu bringen, dass er versteht, wie du dich fühlst – es wird nicht geschehen. Der Loser ist nur damit beschäftigt, wie er sich fühlt – deine Gefühle sind irrelevant. Du würdest nur deine Zeit verschwenden, und er würde die Gespräche als eine Gelegenheit sehen, dir noch mehr Schuldgefühle zu machen, und dich zu manipulieren.

– Falle nicht auf plötzliche Verhaltensänderungen oder Versprechen auf Heirat/Reisen/Geschenke/etc. herein. Mittlerweile hast du bereits gesehen, wie der Loser normalerweise und naturgemäss ist. Wir alle können uns für kurze Zeit ändern. Der Loser wird immer zu seinem normalen Benehmen zurückkehren, wenn die Krise vorüber ist.

– Suche in dieser Phase eine professionelle Therapie für dich oder die Unterstützung durch andere. Du wirst Ermunterung und Führung benötigen. Behalte das Folgende im Gedächtnis: Wenn der Loser herausfindet, dass du Unterstützung suchst, wird er die Therapie oder den Therapeuten kritisieren.

– Vermeide Begriffe wie „eines Tages“, „vielleicht“ oder „in Zukunft“. Hört der Loser derlei Möglichkeiten, so denkt er, du schwächelst und wird den Druck erhöhen.

– Stell dir einen kaputten Spielautomaten vor: Wir sind in Las Vegas an einem Spielautomaten und ziehen den Hebel zehn Mal, und nichts passiert. Was tun wir? – Wir gehen weiter zum nächsten Automaten. Wenn jedoch beim zehnten Mal der Spielautomat auch nur ein paar Münzen ausspuckt, ziehen wir weiter den Hebel und denken, dass wir gleich den Jackpot knacken. Sind wir über viele Tage hinweg entschlossen und standhaft, was die Entscheidung bezüglich der Beendigung der Beziehung angeht, und offerieren dann auf einmal eine Möglichkeit oder Hoffnung auf Versöhnung, so haben wir gerade „ein paar Münzen ausgespuckt“, und der Druck wird bestehen bleiben. – Ändere nie deinen Standpunkt; sag immer das Gleiche. Der Loser wird aufhören, an einem Automaten zu spielen, der nichts abwirft, und rasch zu einem anderen weitergehen.

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Ratschläge für die Trennung von einem „Loser“ (1. Teil von 3)

Einführung:

Bitte lesen Sie zur Vorbereitung zuerst den Artikel „Wie erkennt man, dass man sich in einer Beziehung mit einem Psychopathen befindet?“ von Claudia Moscovici. Dieser Artikel nimmt Bezug auf die ‚originalen 20 Warnsignale’ von Dr. Joseph Carver, die leider nicht auf Deutsch erhältlich sind. Claudia Moscovici’s Text geht die 20 Warnsignale speziell am Beispiel des Psychopathen durch (Psychopathie ist eine Unterart der Antisozialen Persönlichkeitsstörung).

Der hier übersetzte Text ist ein Ausschnitt aus den ‚originalen 20 Warnsignalen’ von Dr. Carver (“The Loser – Warning Signs You’re Dating a Loser”). Sie können diesen Artikel hier finden, unter „Identifying Losers, Controllers and Abusers in Relationships“ (englische und spanische Version).

Im Text von Dr. Carver steht der Begriff „Loser“ nicht nur für Psychopathen, sondern er ist viel breiter gefasst: Der „Loser“ ist ein Partnertyp, der viel sozialen, emotionalen, psychologischen (und manchmal auch physischen) Schaden in einer Beziehung anrichtet. Oft leidet der „Loser“ unter einer (eventuell gut versteckten) psychischen Krankheit oder Störung. Und besonders oft hat er eine der vier Persönlichkeitsstörungen (Abkürzung ‚PS’), die im DSM im Cluster B stehen:

Narzisstische PS, Borderline PS, Histrionische PS und Antisoziale PS. Carver bezeichnet die vier Persönlichkeitsstörungen des Cluster B auch als die „Beziehungs-Zerstörer“. Nebenbei: Persönlichkeitsstörungen können auch in kombinierter Form auftreten.

Ein Wort noch zu den gefährlichen Varianten des „Losers“:

Will man sich von einem gefährlichen „Loser“ trennen, kann es sein, dass man professionelle und rechtliche Unterstützung braucht, um sich zu schützen. Dr. Carver nennt zwei Gruppen von gefährlichen „Losern“: Physisch missbrauchende „Loser“ und Psychotische „Loser“/ bzw. „Loser“ mit einer schweren psychischen Krankheit.

– Physisch missbrauchende „Loser“: Hier ist oft die Hilfe von der Familie, von Exekutivorganen (gerichtliche Schritte, Polizei) oder von lokalen Opferberatungsstellen, Hilfestellen bei Missbrauch/häuslicher Gewalt nötig.

– Psychotische „Loser“/„Loser“ mit einer schweren psychischen Krankheit: Der Film „Eine verhängnisvolle Affäre“ („Fatal Attraction“) mit Michael Douglas und Glenn Close gibt ein (weibliches) Beispiel für einen solchen Loser. Einige dieser Loser erzählen wilde Geschichten und wollen einen glauben machen, dass sie mit der Mafia oder dem Geheimdienst in Verbindung stehen. Sie können (unheilbare) Krankheit oder Schwangerschaft vortäuschen. Sie können einen mit (angedeuteten) Morddrohungen einschüchtern. Will man die Beziehung beenden, können sie gewalttätig werden und einem den Eindruck vermitteln, dass man selbst/die Freunde/die Familie in ernster Gefahr ist. In solchen Fällen bleiben die Opfer dann oft in der missbrauchenden und kontrollierenden Beziehung, weil sie Angst um ihre Familie oder ihren Ruf haben. Oft sind solche Ängste unrealistisch, denn der Loser ist nur interessiert daran, einen zu kontrollieren. Doch diese Ängste fühlen sich sehr real an, wenn sie in Kombination mit den anderen Merkmalen des Losers auftreten.

Psychotische oder psychisch kranke „Loser“ können einen auch stalken oder belästigen. Bei Beendigung der Beziehung können sie körperliche Gewalt androhen, Waffen vorzeigen oder mit Mord respektive Selbstmord drohen. Hat man ein Date mit einer anderen Person, können sie einem folgen. Oder sie können die Person, die man trifft, bedrohen, mit Anrufen belästigen, Vandalismus aussetzen oder gar körperlich angreifen. Wenn man gerade eine Scheidung von einer anderen Person hinter sich hat oder eine andere Beziehung beendet hat, kann der Loser den Ex-Partner einschüchtern, aus Angst, dass man zu diesem zurückkehren könnte. Im Grunde gilt: Alles, was der Loser je einem anderen Menschen angetan hat, wird auf einen zukommen. Der Loser kann einem heimlich aufgenommene Fotos schicken, auf denen man selbst, die Kinder oder die Familie zu sehen sind. Und er kann andeuten, dass er diese finden und drankriegen kann. Es kann sein, dass man Hilfe und gerichtliche Schritte braucht, um sich von einem solchen Menschen zu trennen.

Hier noch ein paar Stichworte zum Googeln: Frauenhäuser, Frauennotruf, Frauenberatungsstelle. Eine Hilfe für Sie kann vielleicht auch sein: ein Psychotherapeut (Psychologe, Psychiater), ein Sozialarbeiter oder die Telefonhilfe/-seelsorge (siehe auf der über-den-blog-Seite).

Ich habe mir lange überlegt, ob man Psychopathen per se zu den gefährlichen Losern zählen soll. Ich persönlich würde sagen, sie sind potenziell gefährlich. Menschen mit Psychopathie können sehr verschieden sein. Und viele sind übrigens nicht gewalttätig. Es kommt stark auf den einzelnen Fall drauf an.

Die Übersetzung:

Die Trennung von einem Loser umfasst oft drei Phasen: Die Ablösung, Die Beziehung beenden und Der nachfolgende Schutz.

Die Ablösung

Während dieser Phase in der Trennung vom Loser wird dir klar, was zu tun ist, und du erstellst einen „Ausstiegs“-Plan. Viele scheitern bei dem Versuch, sich von einem Loser zu trennen, weil sie ihn (oder sie) plötzlich und impulsiv verlassen, ohne einen ordentlichen Plan zu haben, und ohne Ressourcen. In vielen Fällen hat der Loser seine Partnerin (seinen Partner) von anderen Menschen isoliert, hat die Kontrolle über die Finanzen oder hat die Kontrolle über wichtige „Ausstiegs“-Güter, wie z. B. ein Auto. Während der Ablösungsphase solltest du auf Folgendes achten:

– Beobachte, wie er dich behandelt. Halte Ausschau nach den Methoden, die in der Liste mit den 20 Warnsignalen (Link siehe oben) beschrieben sind, und erkenne, wie der Loser funktioniert.

– Werde nach und nach langweiliger, rede weniger und teile seltener Gefühle und Meinungen mit. Das Ziel ist, den Loser fast anzuöden, um die emotionale Verbundenheit zu vermindern. Gleichzeitig wird so verhindert, dass eine Situation entsteht, die dich zu einer Zielscheibe macht.

– Kontaktiere im Stillen deine Familienangehörigen und andere, die dich unterstützen könnten. Stelle fest, welche Hilfe sie dir sein können: Ein Platz zum Wohnen, Schutz, finanzielle Hilfe etc.

– Falls du Gewalt oder Missbrauch fürchtest, prüfe die rechtlichen Möglichkeiten in deiner Wohngegend. Eine rechtliche Möglichkeit könnte z. B. ein Kontaktverbot sein.

– Wenn der Loser destruktiv ist, so entferne langsam deine Wertsachen aus dem gemeinsamen Zuhause oder versuche, Wertsachen von dir wiederzuerlangen, die sich in seinem Besitz befinden (bei getrennten Wohnungen). Es kommt häufig vor, dass man während der Trennung einige persönliche Gegenstände verliert – ein kleiner Verlust, wenn man dafür den Loser loswird.

– Hör auf, mit ihm über Angelegenheiten zu streiten, und Angelegenheiten zu diskutieren. Hör auf, dich zu verteidigen und dich zu rechtfertigen – antworte mit Bemerkungen wie z. B. „Ich bin in letzter Zeit so durcheinander“ oder „Ich stehe so unter Stress, ich weiss nicht, warum ich überhaupt noch irgendetwas mache“.

– Beginne damit, Andeutungen zu machen, dass du deprimiert/depressiv, ausgebrannt oder verwirrt (über das Leben im Allgemeinen) seist. Vergiss nicht: Der Loser übernimmt nie die Verantwortung für die Dinge, die in einer Beziehung passieren. Er wird sich bei Beendigung der Beziehung besser fühlen, wenn er die Schuld dir in die Schuhe schieben kann. Viele Frauen sind dazu gezwungen, die Verwirrte und Langweilig-lustlose zu spielen, damit der Loser anderen erzählen kann: „Meine Freundin ist halb verrückt!“ Er mag anderen erzählen, dass du verrückt bzw. verwirrt bist, doch du wirst dafür sicherer sein. Gestatte dem Loser, alles über dich zu denken, was er will, solange du dich im Prozess der Trennung befindest.

– Fange keine neue Beziehung an. Das würde deine Situation nur komplizierter machen, und die Wut vergrössern. Das Beste ist, wenn du dich für einige Monate unauffällig und still verhältst (für einige Monate „untertauchen“). Vergiss nicht: Der Loser wird sich rasch ein neues Opfer suchen und sich rasch an dieses binden, sofern du dafür sorgst, dass seine Fokussierung auf dich nachlassen kann.

– Wenn der Loser Verhaltensänderungen bei dir feststellt, gib zu, dass du verwirrt, niedergeschlagen/depressiv und gefühllos/dumpf bist und zeige weitere solcher langweiligen Reaktionen. Dies legt das Fundament für die Beendigung der Beziehung.

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Narzisst versus Psychopath

von Steve Becker (amerik. Psychotherapeut); powercommunicating.com (engl.); Originaltitel „Differentiating Narcissists and Psychopaths“ (2008); Übersetzung von erkennepsychopathie:

Beginnen wir mit etwas, was Narzissten und Psychopathen gemeinsam haben: Die Neigung, andere mehr als Objekte denn als Menschen zu betrachten. Diese Tatsache bringt eine Reihe von Gedanken mit sich: Mit Objekten muss man kein Mitgefühl haben; Objekte haben keine Gefühle, die man anerkennen muss. Mit Objekten kann man spielen; man kann sie manipulieren und zur eigenen Bedürfnis-Befriedigung ausnutzen, mit einem Minimum an Schuldgefühlen.

Willkommen in der Welt des Narzissten und des Psychopathen. Der Narzisst und der Psychopath haben die Mentalität, von anderen sofortige Bedürfnis-Befriedigung einzufordern. Sie erwarten von anderen, dass diese ihrer Agenda dienen. Sie glauben gar, dass andere Menschen zu diesem Zweck existieren. Durchkreuzt man ihre Agenda, so muss man mit Folgen rechnen, die störend bis ruinös sein können.

Das Verhalten von Narzissten kann dem Verhalten von Psychopathen stark ähneln, mit Blick auf die grobe Missachtung und den groben Missbrauch von anderen Menschen. Doch wenn man die Beweggründe für ihr Verhalten erforscht, werden Unterschiede sichtbar. Der Narzisst verlangt nach Anerkennung und Bestätigung. Er fordert von anderen, dass sie seine besonderen Qualitäten bemerken und würdigen; seine besonderen Qualitäten machen seine Bedürfnisse besonders. Dies gibt ihm das Gefühl, dass er Anspruch darauf hat, dass diese befriedigt werden. All dies fordert er, als ob sein innerstes Selbst auf dem Spiel stünde, und genau das tut es auch. Enttäuschung/ausbleibende Befriedigung geben ihm das Gefühl, nicht beachtet und vernachlässigt zu werden. Wut und Zorn dringen dann an die Oberfläche und zeigen sich in aggressiven und passiv-aggressiven Verhaltensweisen – oft im proportionalen Verhältnis zum Schmerz und zur Verletzung, die er empfindet.

Der Psychopath ist weniger gequält vom Verlangen nach Bestätigung als der Narzisst. In der Tat scheint seiner inneren Welt alles zu fehlen, was Wertschätzung erfahren könnte: Sie ist karg und beherbergt nichts, was empfänglich wäre für Bestätigung. Die seelische Welt des Psychopathen ist wie mit einem Geheimcode verschlüsselt. Das Ausnutzen von anderen Menschen ist beim Psychopathen räuberischer als beim Narzissten. Für den Psychopathen, der paranoid sein kann, ist die Welt so etwas wie ein riesiges Jagdrevier, das mit „Personen-Objekten“ bevölkert ist, welche er zu seinem Vorteil ausnutzen kann.

Nehmen wir einen hypothetischen Narzissten und einen hypothetischen Psychopathen als Beispiel: Beide männlich (Frauen können Narzisstinnen und Psychopathinnen sein), beide verheiratet, mit Familie; und beide stürzen sich wie zwanghaft in Seitensprünge. Beide haben es geschafft, diese vor ihren Frauen zu verheimlichen, vor allem dank dem aussergewöhnlichen Geschick, mit dem sie routinemässig und mit Leichtigkeit lügen und das Unschuldslamm spielen. Sie sind gleichsam überzeugend, wenn sie ihren Frauen ihre Treue beschwören, wie wenn sie ihren Geliebten vorgaukeln, dass sie ledig seien. Nichtsdestotrotz: Von Zeit zu Zeit kommt es vor, dass ihre Frauen beunruhigt sind und sie mit Verdächtigungen konfrontieren. Der Narzisst und der Psychopath reagieren darauf nicht etwa, indem sie die Karten offen legen, sondern indem sie sich empört darüber zeigen, dass sie sich dazu herablassen müssen, sich mit den Ängsten ihrer Frauen abgeben zu müssen. Sie greifen ihre Frauen an wegen des Infragestellens ihrer Treue und versetzen sie in die Defensive. Die Frauen bleiben mit Schuldgefühlen und vielleicht auch beschämt zurück.

Bis hierhin unterscheiden sich die beiden oberflächlich kaum. Aber wenn wir etwas tiefer gehen, so entdecken wir, dass unser Narzisst in Wirklichkeit schrecklich unsicher und bedürftig ist. Für ihn bestätigen die Affären seine Männlichkeit. Seine Fähigkeiten als Verführer versichern ihm, dass er ein echter Mann ist. Wenn er nicht mehr länger Frauen verführen und mit ihnen schlafen könnte, würde er sich als ein Nichts fühlen; als hätte er „es“ verloren. Fühlt er seine Nichtigkeit/Wertlosigkeit, wird er deprimiert und verzweifelt. Er kann sogar an Selbstmord denken. Um sein kollabierendes Selbstbild zu retten, braucht er eine Bestätigungs-Infusion, welche er in einer neuen Affäre sucht. In der Welt des Narzissten gilt: Je mehr sein psychisches Wohlergehen gefährdet ist, desto mehr darf er ihres aufs Spiel setzen.

Der Narzisst rationalisiert sein Verhalten mit seinen besten Verteidigungsmechanismen – Beschuldigen und Verachtung: Meine Frau ist schon seit Langem gemein zu mir und sie weiss mich überhaupt nicht mehr zu schätzen. Sie kann froh sein, dass ich sie nur betrüge; ich könnte sie auch verlassen, dann hätte sie gar nichts mehr. Die Tatsache, dass ich so lange geblieben bin ist fast Wohltätigkeit. Und die Frauen, mit denen ich schlafe… natürlich, die denken alle, dass ich unverheiratet bin, und wissen Sie was: im Grunde bin ich es ja auch.

Wir sehen, unser Narzisst hat eine schwache Ahnung von Moral; doch diese ist von erschreckenden Rationalisierungen korrumpiert. Der Narzisst ist ein Experte im nahtlosen Fertigen von solchen Rationalisierungen. Und diese lassen ihn wie mit dem ruhigen Gewissen des Psychopathen zurück.

Kommen wir zurück zu unserem Psychopathen. Dieser hat keine Moral und deshalb braucht er auch nichts zu rationalisieren. Er hat Affären, weil er sie haben will. Das Leben ist für ihn ein Spiel. Das Spiel besteht darin, herauszufinden, wie er das bekommt, was er will, und zwar sofort (mit welchen Tricks auch immer). Und es ist ein Spiel ohne Regeln. Wo es keine Regeln gibt, da gibt es auch keine Regelverstösse und keine Ausnutzung; und selbst wenn es solche geben würde, wären sie Teil des Spiels. Unser Psychopath macht sich nach und nach die Regeln selbst, betrügt diesen und jenen Menschen, lügt wie ein schamloses Kind, während er improvisiert und seine Pläne ausführt, manchmal ohne Schwierigkeiten, manchmal mit – aber immer ohne Rücksicht auf und total gleichgültig gegenüber dem Schaden, den er anrichtet.

Der Psychopath lehnt sich abends auf der Couch zurück und denkt an seine Seitensprünge. Dabei denkt er lachend: „Ich hab’s immer noch drauf“. Damit meint er: „Ich hab’ immer noch die Fähigkeit, diese Frauen nach meiner Pfeife tanzen zu lassen“. Das amüsiert ihn. Auch der Narzisst lehnt sich abends auf seiner Couch zurück und denkt auf ähnliche Weise: „Ich hab’s immer noch drauf“. Doch er meint damit: „Ich bin immer noch attraktiv. Die Frauen finden mich immer noch unwiderstehlich. Es ist alles in Ordnung… für den Moment“.

Beim Wort „Psychopath“ denken viele an den blutrünstigen Schwarzen Mann. Es stimmt zwar, dass viele kaltblütige Mörder Psychopathen sind, doch die meisten Psychopathen sind keine Mörder. Für die Mehrheit der Psychopathen wäre ein schmutziger Mord zu umständlich und zu unangenehm, um ihn in Betracht zu ziehen. Dies – die Umständlichkeit und Unannehmlichkeit, nicht das Mitleid für das gemeuchelte Opfer – erklärt, warum die allermeisten Psychopathen (völlig ohne Gewissensbisse) viel eher hinter deinen Lebensersparnissen her sind, als dass sie dich abschlachten und deine Überreste in mehreren Tüten entsorgen wollen.

Das macht den nicht-mordenden Psychopathen nicht „weniger psychopathisch“ oder „einfühlsamer“ als den mordenden Psychopathen. Es spiegelt bloss das Kalkül in der Entscheidungsfindung der Psychopathen wider: Wie kann ich bekommen oder nehmen, was ich will, für den größtmöglichen sofortigen Gewinn bei minimalen Unannehmlichkeiten?

(copyright 2008 by Steve Becker)

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Die Liste der Psychopathie-Symptome: Hervey Cleckley und Robert Hare

von Claudia Moscovici (psychopathyawareness.wordpress.com; englisch):

„Tief im Innern habe ich gespürt, dass etwas mit ihm (oder mit ihr) nicht gestimmt hat.“ Fast jedes Opfer eines Psychopathen hat dieses Gefühl gehabt, meist schon früh in der Beziehung. Die übertriebene Schmeichelei. Das hohe Tempo in der Beziehung und die Forderung nach sofortiger Bindung. Die Lügen und Ungereimtheiten. Die Gefühllosigkeit anderen gegenüber. Die Missachtung von sozialen Normen. Das Gefühl der Überlegenheit (absoluter Narzissmus), ohne viel vorzuweisen zu haben, was dieses rechtfertigen würde. Die Ziellosigkeit und das Fehlen von Verantwortungsbewusstsein. Die willkürlichen Stimmungsschwankungen und Verhaltensänderungen, um Macht über andere auszuüben. Die Forderung nach Isolation von nahestehenden Personen und Freunden. Die sexuelle Abartigkeit. Die Kontrolle und Besitzgier. Es gibt immer sehr beunruhigende Anzeichen in der Beziehung zu einem Psychopathen. Anzeichen, die wir geneigt sind zu ignorieren oder zu rationalisieren, bis die schädliche Beziehung, einer Krankheit gleich, die Kontrolle übernimmt, um unsere Leben zu zerstören.

Ich möchte allen, die sich so fühlen, Folgendes raten: Beginnt damit, die Symptome, die euch auffallen, im Internet zu recherchieren [Anmerkung d. Ü: Leider sind die wirklich guten Informationen im Internet auf englisch. Die bekannten Bücher von R. Hare und M. Stout können auch weiterhelfen]. Denn diese Informationen über die Psychopathie und schliesslich das Beachten der Warnsignale und unsere Intuition haben jede(n) einzelne(n) von uns gerettet. Der erste (und letzte) Schritt bei der Genesung von der „psychopathischen Bindung“ ist das Beschaffen von Informationen; die Art und Beschaffenheit des Problems erkennen. Das ist der Grund, warum das Wissen, wie man die Symptome der Psychopathie ausmacht, so wichtig ist. Informationen können uns vor dem Verleugnen, falscher Hoffnung, Gaslighting und Illusionen, welche ein Psychopath oft in Opfern kreiert, schützen. Sie können uns die Kraft geben, die giftigen Beziehungen zu beenden; gestützt auf Fakten, anstatt „nur“ Gefühlen. Psychopathen können unsere Gefühle manipulieren. Aber die Symptome dieser Persönlichkeitsstörung sind so klar, wie die Psychologie (welche übrigens eher eine soziale als eine „harte“ Wissenschaft ist) sie bezeichnen kann.

Heute würde ich gerne eine Liste der Psychopathie-Symptome erneut posten, welche von zwei der wichtigsten Psychopathie-Experten zur Verfügung gestellt wird. Ich habe die beiden schon oft erwähnt: Hervey Cleckley (Autor von The Mask of Sanity) und Robert Hare (Autor von Gewissenlos, Menschenschinder oder Manager und Die Psychopathie-Checkliste). Die beiden Listen sind offensichtlich sehr ähnlich; Robert Hare hat auf Hervey Cleckleys bahnbrechende Forschung aufgebaut.

Hervey Cleckleys Liste der Psychopathie-Symptome:

1. Beträchtlicher oberflächlicher Charme und durchschnittliche oder überdurchschnittliche Intelligenz.

2. Abwesenheit von Wahnvorstellungen und anderen Anzeichen von irrationalem Denken.

3. Abwesenheit von Angst/Besorgnis/Nervosität und anderen “neurotischen” Symptomen. Beträchtliche Gelassenheit/Selbstsicherheit, Ruhe und Redegewandtheit.

4. Unzuverlässigkeit, Missachtung von Verpflichtungen und kein Verantwortungsgefühl, in Angelegenheiten mit geringer und grosser Wichtigkeit.

5. Unaufrichtigkeit.

6. Fehlen von Reue und Schamgefühl

7. Antisoziales Verhalten, das unangemessen motiviert und schlecht geplant ist. Es scheint von einer unerklärlichen Impulsivität herzurühren.

8. Schlechtes Urteilsvermögen und Unfähigkeit, aus Erfahrungen zu lernen.

9. Pathologische Egozentrik. Totale Selbstzentriertheit und Unfähigkeit zu echter Liebe und Zuneigung.

10. Generelle Armut an tiefen und nachhaltigen Gefühlen.

11. Das Fehlen jeglicher echter Selbsteinsicht; Unfähigkeit, sich selbst so zu sehen, wie man von anderen gesehen wird.

12. Undankbarkeit für jegliche spezielle Wertschätzung, Liebenswürdigkeiten und Vertrauen. Unempfänglichkeit im zwischenmenschlichen Kontakt.

13. “Tolles” und anstössiges Verhalten, nach Alkoholkonsum und manchmal auch ohne diesen. Obszönität, Grobheit, schnelle Stimmungswechsel, Streiche zur billigen Unterhaltung.

14. Keine echten Suizidversuche in der Vergangenheit.

15. Ein unpersönliches, triviales und dürftig eingebautes Sexleben.

16. Versagen beim Verfolgen eines Lebensplans und beim Führen eines geordneten Lebens (es sei denn, es dient zerstörerischen Zwecken, oder es ist nur vorgetäuscht).

Robert Hares Checkliste der Psychopathie-Symptome (PCL-R):

1. (REDE)GEWANDT/SCHLAGFERTIG und OBERFLÄCHLICHER CHARME: Die Tendenz, aalglatt, einnehmend, charmant, raffiniert und redegewandt zu sein. Der psychopathische Charme ist kein Bisschen schüchtern oder gehemmt. Er fürchtet sich nicht davor, etwas zu sagen. Ein Psychopath wird nie sprachlos. Er kann auch ein guter Zuhörer sein, um Empathie vorzutäuschen, während er sich auf die Träume und verletzlichen Stellen seiner Opfer konzentriert, um diese besser manipulieren zu können.

2. STARK ÜBERSTEIGERTES SELBSTWERTGEFÜHL: Eine stark überhöhte Sicht seiner Fähigkeiten und seines Selbstwerts, selbstsicher, starrsinnig, eingebildet, ein Angeber. Psychopathen sind arrogante Leute, die glauben, dass sie überlegene Menschen seien.

3. STIMULATIONSBEDÜRFNIS (ERLEBNIS-HUNGER) oder NEIGUNG ZUR LANGEWEILE: Ein exzessives Bedürfnis nach neuer, packender und aufregender Stimulation; Risiken eingehen und riskante Dinge tun. Psychopathen fehlt oft die Selbstdisziplin, um Aufgaben bis zur Vollendung zu bringen, weil sie sich leicht langweilen. Sie schaffen es z. B. nicht, einen Job auf Dauer zu behalten, oder Aufgaben zu beenden, die sie als langweilig oder als Routine betrachten.

4. PATHOLOGISCHES LÜGEN: Kann gemässigt oder stark sein. Gemässigte Form: schlau, gerissen, listig, hinterlistig und schlitzohrig. In extremer Form: irreführend, falsch, fies, skrupellos, manipulativ und verlogen.

5. LISTIG, BETRÜGERISCH und MANIPULATIV: Die Verwendung von Hinterlist und Täuschung, um andere zum eigenen Vorteil auszutricksen, zu hintergehen und zu betrügen; im Unterschied zu Punkt Nr. 4 in dem Masse wie Ausnutzung und kalte Rücksichtslosigkeit vorhanden sind, welche sich in fehlendem Interesse an den Gefühlen und dem Leiden der Opfer zeigen.

6. FEHLEN VON REUE oder SCHULDBEWUSSTSEIN: Fehlende Besorgnis über und Interesse für den Schaden, den Schmerz und das Leid der Opfer. Die Tendenz, gleichgültig, unbewegt, hartherzig und teilnahmslos zu sein. Dieser Punkt zeigt sich üblicherweise durch Verachtung der Opfer.

7. OBERFLÄCHLICHE GEFÜHLE: Emotionale Armut oder eine begrenzte Bandbreite oder Tiefe der Gefühle; zwischenmenschliche Kälte, trotz Zeichen von aufgeschlossener Geselligkeit und oberflächlicher Herzlichkeit. Echte Gefühle sind flüchtig und egozentrisch.

8. GEFÜHLSKÄLTE und FEHLEN VON EINFÜHLUNGSVERMÖGEN/MITGEFÜHL (EMPATHIE): Fehlende Gefühle gegenüber Menschen im Allgemeinen; kalt, verächtlich, rücksichtslos und taktlos.

9. PARASITÄRER LEBENSSTIL: Eine absichtliche, manipulative, egoistische und ausnützerische finanzielle Abhängigkeit von anderen, die sich in fehlender Motivation, schlechter Selbstdisziplin und in der Unfähigkeit, seine Verantwortung wahrzunehmen, widerspiegelt.

10. SCHLECHTE VERHALTENSKONTROLLE: Das Ausdrücken von Reizbarkeit, Verärgerung, Ungeduld, Drohen, Aggression und Beleidigungen; unzureichende Kontrolle von Wut und Temperament; voreiliges Handeln.

11. PROMISKES SEXUALVERHALTEN (PROMISKUITÄT): Eine Vielzahl von kurzen, oberflächlichen Beziehungen, zahlreiche Affären und eine unterschiedslose Auswahl von Sexualpartnerinnen/partnern; das Führen von mehreren Beziehungen gleichzeitig; eine Vorgeschichte mit Versuchen, andere zu sexuellen Handlungen zu nötigen (Vergewaltigung); mit grossem Stolz über sexuelle Taten und Eroberungen sprechen.

12. FRÜHE VERHALTENSAUFFÄLLIGKEIT: Eine Vielzahl von Verhaltensweisen vor dem 13. Lebensjahr, dazu gehören: Lügen, Diebstahl, Betrügereien, Vandalismus, Mobbing, sexuelle Aktivität, Feuerlegen, Klebstoffschnüffeln, Alkoholkonsum und von Zuhause weglaufen.

13. FEHLEN VON REALISTISCHEN, LANGFRISTIGEN ZIELEN: Eine Unfähigkeit zum (oder andauerndes Scheitern beim) Entwickeln und Ausführen von langfristigen Plänen und Zielen; eine nomadenhafte Existenz, ziellos, ohne eine Richtung im Leben.

14. IMPULSIVITÄT: Das Vorkommen von Verhaltensweisen, die unvorbereitet sind und denen Überlegung oder Planung fehlen; Unfähigkeit, Versuchungen, Frustrationen und momentanen Verlangen zu widerstehen; nicht an die Folgen denken; töricht, leichtsinnig, unberechenbar, launisch und rücksichtslos.

15. VERANTWORTUNGSLOSIGKEIT: Wiederholtes Versäumen, Verpflichtungen und Verbindlichkeiten zu erfüllen oder anzuerkennen, wie z. B: Rechnungen nicht bezahlen, Zahlungsrückstände bei Krediten, schlampige Arbeit abliefern, Nichterscheinen/zu spätes Erscheinen zur Arbeit, Nichteinhalten von vertraglichen Vereinbarungen.

16. FEHLENDE BEREITSCHAFT UND FÄHIGKEIT, VERANTWORTUNG FÜR DAS EIGENE HANDELN ZU ÜBERNEHMEN: Zeigt sich in schlechter Gewissenhaftigkeit, Abwesenheit von Pflichtbewusstsein, feindseliger Manipulation, Verleugnung von Verantwortung und in dem Versuch, andere durch diese Verleugnung zu manipulieren.

17. VIELE KURZZEITIGE (EHELICHE) BEZIEHUNGEN: Fehlende Hingabe für eine Langzeitbeziehung; zeigt sich in unbeständigen und unzuverlässigen Bindungen im Leben, dies beinhaltet auch eheliche und familiäre Bindungen.

18. JUGENDKRIMINALITÄT: Verhaltensauffälligkeit im Alter von 13-18 Jahren; hauptsächlich Verhaltensweisen, die Verbrechen darstellen oder deutliche Anzeichen von Feindseligkeit, Ausnutzung, Aggression, Manipulation oder von abgebrühter, mitleidloser Widerborstigkeit aufweisen.

19. VERSTOSS GEGEN BEWÄHRUNGSAUFLAGEN BEI BEDINGTER HAFTENTLASSUNG: Eine Rücknahme der Bewährung wegen z. B. Gleichgültigkeit, mangelnder Beratschlagung oder Nichterscheinens.

20. VIELGESTALTIGE KRIMINALITÄT: Vielfältige Arten von kriminellen Vergehen, unabhängig davon, ob die Person derer überführt oder deswegen festgenommen wurde; ein Psychopath empfindet grossen Stolz, wenn er mit Verbrechen oder Fehlverhalten ungeschoren davonkommt.

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Veröffentlicht unter Claudia Moscovici, Psychopathie, Warnsignale, Woran man einen Psychopathen erkennt | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 183 Kommentare