Was ist Psychopathie?

Psychopathie ist eine Persönlichkeitsstörung, die gekennzeichnet ist durch ein Muster von Lügen, Ausnutzen, Sorglosigkeit, Überheblichkeit, häufigem (Sex-)Partnerwechsel, geringer Selbstbeherrschung und dem Fehlen von Mitgefühl und Reue. Die Betroffenen können normal erscheinen. Dies stärkt ihre Fähigkeit, andere erfolgreich ausnutzen zu können.

Stark Betroffene haben einen falschen Glauben an ihre eigene Überlegenheit, ein Gefühl der Berechtigung [zu tun oder zu haben, was (oder wen) sie wollen] und zeigen völlige Missachtung für soziale Normen. Deshalb hinterlassen sie im Verlauf ihres Lebens eine grosse Zahl von Opfern und Überlebenden. Diese Opfer können sein: Fremde, Freunde, Geliebte, Mitarbeiter und Familienangehörige.

Sie sind unfähig zu lieben, Reue zu empfinden oder auch nur die Spur eines Schuldgefühls zu zeigen. Sie „meistern“ ihr Leben, indem sie andere mit ihrem Charme einnehmen, betrügen und manipulieren. Weil psychopathische Menschen impulsiv sind und Dinge tun, die andere verletzen, werden sie von Fachleuten für geistige Gesundheit auch „antisozial“ genannt. [Psychopathie ist eine Unterart der Antisozialen Persönlichkeitsstörung.*]

Was verursacht Psychopathie?

Die Gene spielen eine wichtige Rolle bei der Ursache für Psychopathie. Allerdings interagieren die Sozialisation und andere Umgebungsfaktoren mit den Erbanlagen. Die Gene sind also wahrscheinlich nicht der einzige bestimmende Faktor.

Psychopathie ist sehr kostspielig für die Gesellschaft. Diese Störung, von der Männer wie Frauen betroffen sein können, ist verantwortlich für viel menschliches Leid. Die gestörte Person selbst, ihre Familie und fast jeder, mit dem sie Kontakt hat, sind tangiert.

(Quelle: aftermath-surviving-psychopathy.org, 2012)

Wie häufig ist Psychopathie?

Experten schätzen, dass etwa 1% der Bevölkerung davon betroffen ist (0.5% der Frauen und 2% der Männer).

* Psychopathie, Soziopathie oder Antisoziale/dissoziale Persönlichkeitsstörung (APS)?

Siehe im „Forum“ die Antwort von mir vom 2. Sept. 13 (9:30 Uhr) auf Kommentar von „Julia“ vom 2. Sept. 13.

9 Antworten zu Was ist Psychopathie?

  1. Ich habe eine “Forum”-Seite eingerichtet. Bitte führt die Diskussion dort weiter.
    Grüsse,
    Mark

  2. Hallo Archie,
    Du willst wissen, was in Psychopathen so vorgeht? Besuche “sociopathworld.com” (englisch).
    Gruss
    Mark

  3. archie schreibt:

    hi.. hab mal eine frage.. was ich nie verstanden hab ist, weshalb menschen die keine gefühle haben sich die mühe machen menschliche beziehungen aufzubauen. ich selbst reduziere mein leben auf meine arbeit und halte ein sozialleben größtenteils für überflüssig.. ich studiere informatik und weiß imgrunde nichts von psychiatrie, also wenn mir jemand sagen könnte was da der grund ist, was die typischen motive sind? wie gesagt, ich kanns gut nachvollziehen, wenn man einfach kein bedürfnis nach all dem menschlichen blödsinn hat, aber wesshalb sollte man anderen schaden wollen? selbst wenn man gerechtigkeit und mitleid nicht empinden kann, scheint es mir einfach zu umständlich zu sein? ich denke, gerade wenn man keine gefühle hat, sollte man in der lage sein praktisch und rational denken zu können.. all die lügen und geheimnisse, falsche freundlichkeit, von dem was ich bisher gelesen hab, leben diese menschen imgrunde eine einzige lüge.. muss doch unglaublich anstrengend sein.. weshalb sollte man ein nicht vorhandenes interesse vorheucheln? es kann nicht langeweile sein, ich kann mir nichts langweiligeres als smalltalk und parties vorstellen und das ist es doch was von einem erwartet wird, wenn man charmant wirken will.. weshalb nicht einfach ehrlich sein? ich kann mir auch kaum vorstellen, dass man all das nur des geldes wegen auf sich nehmen würde. da ist ehrliche arbeit doch wesentlich einfacher.. das ganze rechnet sich für mich einfach nicht, ergibt keinerlei sinn und scheint eine menge mühe um nichts zu sein.. ich dachte ich frag mal hier nach, was diese menschen als grund angegeben haben für ihr verhaltensmuster?
    irgendwie scheint mir auch psychiatrie als wissenschaft nicht ganz ausgereift zu sein.. sieht auf den ersten blick etwas zu schwammig aus..

  4. ungarnhaus schreibt:

    Hallo, ich habe gerade Ihre Geschichte gelesen…… Ja, absolut… mann sollte nicht mehr zurück blicken und nur nach vorne. Eigentlich möchte man das Ganze nur abschütteln und vergessen. Ich hoffe für Sie, dass diese Frau Sie in Ruhe lässt. Zufällig habe ich gerade gestern einen Film im Internet angesehen…. Das Mädchen aus Monaco. Wenn Sie den Film nicht gesehen haben, empfehle ich sehr . [Mark von erkennepsychopathie musste den Link leider entfernen, da die Site "kinokiste.com" wahrscheinlich ein Viren-Problem hat.]
    Kommt Ihnen dieses Mädchen irgendwie bekannt vor? ;-) . Und das Opfer? Sein müdes, erschöpftes Gesicht… so wie man zur Gründe geht… Wunderbar gespielt von beiden Schauspielern… der Regisseur hat sich gut ausgekannt offensichtlich;-) hatte wahrscheinlich seine Gründe ;-) Über sechs Jahren jetzt- lebte ich – wie dieser Anwalt – wie in Trauma und Ohnmacht, und bis jetzt noch, trotz räumlicher Trennung seit einem Jahr hin und her geschupst – beleidigt und erpresst und zwischendurch mit Liebeserklärungen und Zetteln mit Herzchen drauf überschüttet oder mit Appell, dass wir doch eine innerliche Verbindung haben……trotz allem.

  5. Opfer einer Psychopathin schreibt:

    Hallo,
    ich möchte gerne kurz meine Geschichte niederschreiben und habe diesen Blog gewählt, da er nicht von Werbung übersät ist wie andere Seiten des Themas. Danke an „erkennepsychopathie“!

    Zunächst vorneweg: Ich kenne mich in Psychopathie nicht aus, habe weder Bücher noch Blogs gelesen und beabsichtige dies auch nicht.
    Mir hat der Wikipedia-Artikel sowie 1-2 Zeitungsartikel bereits gereicht, um vorgestern festzustellen, dass ich nun 7 Jahre lang mit einer Psychopathin (also hier mal ein abwechslungsreicher Rollenwechsel: Täter Frau, Opfer Mann) zusammen war.

    Ich habe mich auch erst vor zwei Wochen getrennt, bin ausgezogen und blicke nun mit Fassungslosigkeit auf das, was ich mit mir machen ließ.

    Vor 7 Jahren war ich 29, als ich meine 6 Jahre ältere Freundin kennengelernt habe. Ich bin gerade frisch in die große Stadt gekommen und wir landeten gleich im ersten Abend im Bett. Beim Sex war sie hart und dominant. Auch wenn ich überhaupt nicht darauf stand, fand ich die Erfahrung irgendwie interessant und war auch stolz darauf. Sie sprach bereits in der ersten Nacht davon, dass ich die große Liebe ihres Lebens sei, was sie übrigens noch bis zum heutigen Tag behauptet. Natürlich schmeichelt das einen sehr. Gerade in der heutigen Unsicherheit, wo keiner mehr klare und verbindliche Worte sagt, kann das einen sehr berühren.
    Da ich beruflich bedingt Pendler war, war ich nur an den Wochenenden zu Hause, wo ab jetzt jede Minute mit ihr zu verbringen war. Ein Ausgehen alleine war nicht mehr möglich, weil dann stundenlangen Diskussionen stattfanden. Sie hatte den längeren Atem und ich habe es mir auch bequem gemacht. Ich wurde in ihren umfangreichen und bunten Freundeskreis eingeführt, durfte diese Freunde aber weder alleine treffen noch meine Freunde sehen.
    Bald sprach sie schon davon, dass wir zusammenziehen sollen. Ich habe ihr klar gesagt, dass ich weder verliebt in sie bin, noch mir eine gemeinsame Zukunft geschweige denn Familie mit ihr vorstellen kann. Und dennoch hat sie mich weiterbearbeitet, bis ich es irgendwann akzeptiert habe. Es klingt unglaublich. Sie hat schlicht ignoriert, dass ich sie nicht liebte.
    Auch das habe ich mir wieder schön geredet, dass sie Hilfe von einem so verständnissvollen Mann wie mich braucht, dass ich von solch einer Wohn-Erfahrung nur lernen kann, sie ein spannender Charakter ist und ich bald wieder ausziehen kann.
    Schon damals konnte sie kaum ihre Miete zahlen und ich begann nicht nur die Miete zu zahlen, sondern ihr regelmäßig Geld zu geben. Sie hatte Kunst studiert, war hochintelligent, schillernd, komplett angstfrei und anspruchsvoll, konnte aber kein Geld verdienen. Die letzten zwei Jahre habe ich ihr monatlich 1.000 Euro überwiesen, hauptsächlich für ihren hohen Alkohol- und Tabakkonsum. Selber habe ich mir kaum mehr etwas gegönnt und wenn doch, hatte ich furchtbar schlechtes Gewissen. Zu Geburtstagen und Weihnachten habe ich sie mit Geschenken überhäuft, ich selber bekam kaum etwas. Als ich Schluss gemacht habe, hat sie zunächst meine Kreditkarte entwendet und 1.000 Euro abgehoben.
    Ich habe immer wieder versucht, das Geld-Geben zu beenden oder komplett Schluss zu machen. Es war nahezu unmöglich, da sie dann unberechenbar wurde. Ich hatte richtig Angst, dass sie mir etwas antun könnte, obwohl ich mehr als einen Kopf größer bin als sie. Einmal hatte ich Schluss gemacht, wie zogen auseinander, sie hat mich 15 mal pro Tag angerufen und stand nachts vor der Tür. Als ich irgendwann nicht mehr ans Telefon gehen wollte, hat sie mir gedroht, sich umzubringen. Gut, dann haben wir wieder telefoniert und irgendwie hat sie es geschafft, mich um den Finger zu wickeln und alles zu versprechen: keine Dominanz mehr und eigenes Geldverdienen. Wir zogen wieder zusammen und nach mehreren Monaten stellte ich fest, dass nichts von dem eingetreten ist, schaffte es aber nicht mehr, ein zweites Mal Schluss zu machen.
    Doch die Zeit hat für mich gearbeitet: ich habe an Selbstbewusstsein gewonnen, während sie beruflich stillstand.
    Vor zwei Wochen bin ich nun ausgezogen und sie weiss zum Glück nicht wohin. Ich spüre dennoch großen Trennungsschmerz, weil der nicht-psychopathische Alltag toll war und vorallem habe ich enormes Mitleid und Verantwortungsbewusstsein ihr gegenüber. Wahrscheinlich ist dies auch der Grund, warum sie damals unbedingt mit mir zusammen sein wollte.
    Trotzdem wüsste ich gerne, ob ich oder ein Psychologe ihr helfen kann. Schliesslich leidet sie derzeit am meisten: sie hat das Geldverdienen über Jahre verlernt bzw. nie richtig gelernt, ist Alkohol-und Nikotin-süchtig und weiß gar nicht, wie sie die nächsten Monate überleben soll. Hartz 4 und eine entsprechend kleinere Wohnung wäre eine riesige soziale Blamage für sie.
    Übrigens will ich noch einen Aspekt ansprechen: Psychopathen werden in diesem Blog oder auf Wikipedia äußerst negativ dargestellt. Wenn man sich jedoch nicht ausnutzen lässt (das geht natürlich nicht in einer Beziehung, sondern eher in einer lockeren Bekanntschaft), dann können Psychopathen durchaus spannende, bereichernde Persönlichkeiten sein.
    Mir geht es zumindest gut. Selbst wenn ich eher schüchtern und unerfahren zu Beginn der Beziehung war, so hatte ich zumindest aus meinem Elternhaus ein starkes emotionales Grundvertrauen erhalten, sodass ich ihre Tricks nicht bis zum äußersten mitgespielt habe. Zudem bin ich beruflich nicht unerfolgreich und strahle wohl eine gewisse Attraktivität aus.

    Ich denke, und das ist nun meine Meinung und Antwort an Ungarnhaus, dass man als Psychopathie-Opfer erkennen sollte, das man nach der Trennung selber das bessere Leben führen wird. Der Psychopath ist nämlich das Opfer, und zwar seiner eigenen Krankheit.
    Rache, Vergeltung oder Kampf sind seine Methoden und ein gesunder Mensch muss diese nicht anwenden.

    Ich würde mich über Kommentare oder andere persönliche Geschichten freuen!

  6. ungarnhaus schreibt:

    Hallo Marlow. Vielen Dank für die Informationen , auch besten Dank an Mark. Ich beginne mich mit Durcharbeiten aller empfohlenen LInks. Das bringt mich schnell auf den Boden der Realität.
    Als ich in der Aufregung und Verzweiflung mein erstes Kommentar im Blog schrieb, realisierte ich, dass ich mit meinem Namen und meinem Bild schnell identifizierbar bin und war erst erschrocken. Jedoch später habe ich gedacht: Es ist gut so. Zum Verstecken habe nichts, ausser meines Leben in Demütigung, ständiger Täuschung, unaufhörlichen Lügen, und endlosen Leid und Missbrauch. Physischem und Emotionalem Missbrauch. Und ich stehe dazu. Vielleicht hilft mir es eher schneller mein Leben wieder in Griff zu bekommen.
    Ich stehe natürlich gerne auch zur Verfügung, wenn jemand Hilfe braucht. ..etwas nicht erklären kann und offene Fragen hat.

  7. marlow777 schreibt:

    Hallo “Ungarnhaus”,

    Es gibt sicherlich viele Bücher, aber welche ich bisher gelesen habe und empfehlen kann sind:
    „Without Conscience: The Disturbing World of the Psychopaths Among Us“
    von Robert Hare (erhältlich bei amazon.de)
    und „Snakes in Suits: When Psychopaths Go to Work“
    von Robert Hare und Paul Babiak (erhältlich bei amazon.de)
    Letzeres hat sehr hilfreiche Umgangsempfehlungen im hinteren Teil des Buches bezüglich Psychopathen in der Arbeitswelt; lässt sich auch auf private Probleme mit Psychopathen gut übertragen. Es hilft wirklich so viel wie möglich über sie zu wissen, deshalb bin ich auch dankbar für Empfehlungen.

    Viel Erfolg bei der Rache und dem Umgang mit den Psychopathen in der Zukunft,

    Marlow

  8. ungarnhaus schreibt:

    Ich würde gerne mehr Beispiele aus Leben zu lesen. Insbesondere über Verhalten von Psychopathen in der Familie. Ich bin selber mit einem verheiratet. Es ist mir bewusst…. nu habe ich noch nicht geschafft… mich ganz zu lösen… Wie kann ich einem Psycho zurückzahlen? Gibt es Erfolgsstorys im Kampf mit einem Psychopath und Wiederherstellung der Gerechtigkeit?

    • Hallo „ungarnhaus“

      Ich bin selbst Laie und möchte mich bei den Kommentaren sehr zurückhalten.

      Ich möchte Deine Fragen an die anderen Besucher weitergeben: Welche persönlichen Erfahrungen habt Ihr gemacht? Könnt Ihr „ungarnhaus“ einen Tipp geben?

      Ich kann Dir das Buch von Martha Stout empfehlen. Darin geht es um Psychopathen, die „in kleinem Rahmen“ (Familie, Nachbarschaft, Arbeitsplatz) aktiv sind. Wie sie denken, was sie wollen etc.

      Falls Du Englisch sprichst (oder jemanden kennst, der für Dich übersetzt), kann ich Dir noch mehr Tipps geben.

      Die nächste Übersetzung ist geplant zum Thema „Woran erkennt man einen Psychopathen“. Im Moment will ich eher bei den Grundlagen bleiben. Es ist noch völlig offen, in welche Richtung sich der Blog entwickelt. Die Themen „Zusammenleben mit einem P.“ „Sich trennen von einem P.“ sind natürlich wichtige Themen, wenn man mit einem Psychopathen zu tun hat.

      Beste Wünsche,
      Mark

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